Es war einmal ein treuer Hund namens Sultan, der einem Bauern seit seiner Jugendzeit den Hof bewachte. Mit den Jahren wurden seine Schnauze grau und seine Zähne abgenutzt und sanft. Eines warmen Nachmittags sprach der Bauer mit seiner Frau an der Tür und sorgte sich, dass Sultan zu alt sei, um seine Arbeit zu verrichten. Er wusste nicht, was er tun sollte. Die Frau hatte Mitleid und bat darum, den freundlichen Hund zu behalten, da er ihnen stets gut gedient hatte. Sultan lag in der Sonne und hörte jedes Wort, was sein Herz schwer machte. An diesem Abend schlich er leise in den Wald, um seinen Freund, den Wolf, zu besuchen.
Sultan erzählte dem Wolf von seinen Sorgen. Der Wolf überlegte und sagte: Ich habe einen Plan, der deinem Herrn deinen wahren Wert zeigen wird. Morgen früh werden dein Herr und seine Frau Heu machen und ihr kleines Kind im Schatten in der Nähe der Hecke zur Ruhe legen. Du legst dich neben das Kind, als würdest du Wache halten. Ich werde aus den Bäumen treten, das Kind sanft heben und über das Feld laufen. Du jagst mich und ich werde das Kind sofort absetzen. Dann bringst du das Kind zurück. Dein Herr wird sehen, dass du noch beschützt, was am wichtigsten ist.
Am nächsten Tag entwickelte sich der Plan. Der Bauer rief alarmiert, als er den Wolf mit dem Kind davonlaufen sah. Sultan jagte ihm nach wie ein junger Hund. Der Wolf setzte das Kind sicher ab, und Sultan führte das Kind zu den dankbaren Eltern zurück. Der Bauer streichelte Sultans Rücken und sagte: Kein Haar von dir soll gekrümmt werden. Du wirst an meinem Herd ruhen und mein Brot für alle Tage teilen. Seine Frau eilte nach Hause, um ein weiches Abendessen zuzubereiten, das kein Kauen erforderte, und brachte ein Kissen für Sultans Bett. Von da an fehlte dem alten Hund an nichts.
Bald kam der Wolf zu Besuch und grinste stolz über den Erfolg. Klatsch, sagte er, du wirst mir zuzwinkern, wenn ich jemals vorbeikomme, um eines der feinen Schafe deines Herrn zu leihen. Sultan schüttelte den Kopf. Das werde ich nicht tun, sagte er. Ich bin meinem Herrn treu. Der Wolf dachte, Sultan mache nur Scherze. Spät in der Nacht schlich er sich in die Nähe des Geheges, um ein Schaf zu stehlen. Doch der Bauer, den Sultan gewarnt hatte, trat mit lautem Klappern von Eimern und einem festen Ruf heraus. Der erschrockene Wolf drehte sich um und rannte in den Wald zurück. Vom Rand des Feldes rief er zurück: Warte, du Schwindler. Daran werde ich mich erinnern.
Am nächsten Morgen schickte der Wolf eine Botschaft durch das Wildschwein, um Sultan aufzufordern, sich im Wald zu treffen und die Angelegenheit zu klären. Der alte Sultan suchte nach einem Begleiter. Kein anderer Hund war frei, also bot sich eine dreibeinige Katze an, mitzugehen. Obwohl sie humpelte, trug sie ihren Schwanz hoch in der Luft, um ihn vom Staub fernzuhalten. Zusammen machten sie sich ruhig und gelassen auf den Weg. Der Wolf und das Wildschwein warteten am Treffpunkt. Als sie Sultan und die Katze durch das Gras kommen sahen, wurden sie unruhig. Der hoch erhobene Schwanz der Katze sah für sie aus wie ein leuchtendes Schwert, und jedes Mal, wenn sie auf ihren drei Beinen hüpfte, stellten sie sich vor, sie bücke sich, um einen Stein aufzuheben.
Ihr Mut schwand. Das Wildschwein drückte sich ins Unterholz, und der Wolf kletterte auf einen niedrigen Baum, um sich zwischen den Blättern zu verstecken. Sultan und die Katze erreichten die Lichtung und fanden niemanden dort. Aber eines der Ohren des Wildschweins ragte noch aus dem Gestrüpp. Die Katze spähte auf die zuckende Spitze und, weil sie dachte, es sei eine Maus, gab sie ihm einen schnellen Biss. Das Wildschwein quiekte und brach aus dem Dickicht hervor, rief: Der Schuldige ist oben im Baum. Die Freunde schauten hoch, und da war der Wolf, der durch die Zweige lugte und sich ziemlich beschämt fühlte. Sultan setzte sich unter den Baum und sprach freundlich.
Freund Wolf, lasst uns weise sein. Tricks und Ängste helfen niemandem. Ich bin meinem Herrn verpflichtet, aber ich wünsche dir keinen Schaden. Komm herunter und lass uns Frieden schließen. Der Wolf kletterte langsam herunter. Er senkte die Ohren und sagte: Ich war falsch, dich zu bedrängen. Du bist treu, und das sollte ich respektieren. Das Wildschwein stimmte zu und versprach, in seinem eigenen Wald zu bleiben. Die vier Tiere teilten einen ruhigen Moment im Schatten. Sultans alter Schwanz klopfte im Gras. Er hatte Mut ohne Härte gezeigt und sein Wort gegenüber seinem Herrn und sich selbst gehalten.
Bei Sonnenuntergang gingen Sultan und die Katze nach Hause. Der Bauer traf sie am Tor und gab Sultan einen liebevollen Klaps. Alte Freunde, sagte er, sind Schätze. Von diesem Tag an war Sultans Aufgabe, in der Nähe der Familie zu sein, mit weisen Augen Wache zu halten und alle daran zu erinnern, dass Treue und Freundschaft mehr wert sind als scharfe Zähne.
Der Bauer traf sie am Tor und gab Sultan einen liebevollen Klaps. Alte Freunde, sagte er, sind Schätze. Von diesem Tag an war Sultans Aufgabe, in der Nähe der Familie zu sein, mit weisen Augen Wache zu halten und alle daran zu erinnern, dass Treue und Freundschaft mehr wert sind als scharfe Zähne.
