Es war einmal ein Sommer auf einem kleinen Bauernhof an einem ruhigen Fluss. Eine Entenmutter saß in ihrem Nest unter großen grünen Blättern und wartete. Eines Tages begannen die Eier zu knacken. Piep, piep!, kamen die Küken heraus. Die Entenmutter lächelte. Ein großes Ei war noch da. Schließlich öffnete es sich und ein sehr großes graues Küken kam heraus. Es sah nicht aus wie die anderen. 'Du bist auch mein Kind,' sagte die Mutter freundlich. 'Morgen gehen wir zum Wasser.' Am nächsten Tag schien die Sonne. Die Küken sprangen in den Fluss und schwammen. Das große graue Küken schwamm sehr gut.
'Du wirst sehen,' sagte die Mutter, 'du bist ein guter Schwimmer. Bleib nah bei mir.' Sie gingen zum Hof. Dort gab es viele Vögel und Tiere. Einige waren freundlich, aber andere nicht. Das graue Küken wurde wegen seines Aussehens gehänselt. Es fühlte sich traurig und allein. Tag für Tag fiel es ihm schwer. Schließlich ging es fort und flog über eine Hecke zu einem weiten, stillen Sumpf. Wilde Enten sahen es und fragten, 'Wer bist du?' Es war höflich und sagte, 'Darf ich hier ausruhen?' Sie ließen es bleiben. Bald erschreckten laute Geräusche die Vögel und sie flogen davon.
Das graue Küken versteckte sich im Schilf, bis alles wieder still war. Es ging weiter und fand ein kleines Häuschen. Drinnen lebten eine Frau, eine Katze und ein Huhn. Sie ließen es eine Weile bleiben. Die Katze schnurrte gerne. Das Huhn legte gerne Eier. Sie verstanden nicht, warum das Küken gerne schwamm und planschte. 'Es macht mich glücklich und ruhig,' sagte das Küken. Aber sie lachten und sagten ihm, es solle so sein wie sie. Das Küken fühlte, dass das Häuschen nicht sein Zuhause war. Es dankte ihnen und ging. Der Herbst kam. Die Blätter wurden golden.
Der Wind wurde kühl. Eines Nachmittags sah es große weiße Vögel mit langen Hälsen. Sie flogen am rosa Himmel und riefen einander. Sie waren so schön. Das graue Küken streckte seinen Hals und schaute mit Staunen. Der Winter kam. Der Fluss verwandelte sich am Rand in Eis. Das Küken hielt eine kleine Stelle zum Schwimmen offen, aber das Eis wurde dick. Ein freundlicher Bauer fand es kalt und müde. Der Bauer nahm es mit nach Hause, damit es sich aufwärmen konnte. Die Kinder waren aufgeregt und das Küken hatte Angst. Es rutschte und glitt und eilte wieder hinaus in den weichen Schnee.
Der Winter war lang, aber endlich fühlte sich die Sonne wieder warm an. Der Schnee schmolz. Die Vögel sangen. Die grünen Knospen öffneten sich. Das Küken schüttelte seine starken Flügel und flog in einen Garten mit einem klaren Teich und blühenden Bäumen. Drei weiße Schwäne glitten über das Wasser. Das graue Küken fühlte sich schüchtern. 'Das sind königliche Vögel,' dachte es. 'Ich werde in ihrer Nähe schwimmen. Wenn sie mich nicht wollen, werde ich gehen.' Es neigte seinen Kopf zum Wasser und sah sein eigenes Gesicht. Es war nicht mehr grau und plump. Es war ein schöner weißer Schwan. Die Schwäne kamen näher und begrüßten es.
Die Kinder am Ufer klatschten in die Hände und warfen Brot. 'Schaut, ein neuer Schwan!' riefen sie. 'Er ist der schönste von allen!' Der junge Schwan steckte seinen Kopf unter seinen Flügel, glücklich und bescheiden. Er war allein und ängstlich gewesen, aber jetzt wusste er die Wahrheit: Er hatte immer dazugehört. Er hob seinen Hals in die Sonne und dachte: 'Ich hätte nie von so viel Glück geträumt, als ich ein hässliches Entlein war.'






